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Das zweite Gebot

10 Gebote

Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen.

Ich habe mir nie eine Platte von Madonna gekauft. Ich stand eher auf Talking Heads und Sakkos mit überdimensionalen Schulterpolstern. Never change your outfit, so it’s easier for people to recognize you. Ändere nie dein Outfit, dann erkennen dich die Leute besser. Dieser Satz der Talking Heads überzeugte mich damals mehr als heute – was wiederum mit Madonna zu tun hat.
Einmal bin ich mit Madonna Boot gefahren. Nicht mit der echten, sondern mit einer ihrer Provinzkopien, Verkäuferin in einem Bregenzer Modegeschäft. Sie war die Freundin meines besten Kumpels, und der Kumpel durfte oder musste – da blickte ich nicht ganz durch – während der Ferien für vier Wochen nach London. Den letzten Abend verbrachten wir zu dritt am See, wo die Eltern des Freundes, reiche Leute, ein kleines Sommerhaus besaßen. Ich hatte mit Geld aus meinem Ferialjob eine Flasche Sekt gekauft und war den Weg mit dem Fahrrad gekommen, so dass die Hälfte des Sekts aus der Flasche sprang, noch ehe wir mit den Gläsern zur Stelle waren. Anschließend saßen wir auf der Ufermauer, von wo sich der familieneigene Bootssteg in den See streckte, und schlürften den lauwarmen Rest, wir Freunde in Badehosen und Madonna ausstaffiert wie ihr Idol zu Zeiten von „Like a Virgin“: jede Menge brauner Haare, die von blonden Strähnen und einem weißen Band durchzogen waren, massenhaft Ketten mit Kreuzen um den Hals und ein Kleid, das sehr nach Unterwäsche aussah. Vom Kassettenrekorder liefen Madonnas Lieblingslieder, dazu tranken und redeten wir, hauptsächlich über unsere Zukunft.

Den vollständigen Artikel von Arno Geiger finden Sie auf den Internetseiten des evangelischen Online Magazins chrismon.de hier.

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