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Das dritte Gebot

10 Gebote

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen

Auch ein großer Gott wirft seinen Abfall weg, diese Worte hat er gesprochen, der Wundersüchtige, damals während unseres Medizinstudiums, in einem Herbstmonat, als der Wind in den Straßenschneisen pfiff. Ich aber habe einen anderen Weg gewählt und bin gewöhnlich geworden, das Gezänk der Idealisten geht mich nichts mehr an. Nur: Auf der anderen Seite bin ich nicht angekommen oder noch nicht angekommen, meine verheirateten Freunde wollen mich nicht wieder in ihren Kreis aufnehmen, weil man nicht ungestraft das Bürgertum verachtet. Das hatte ich tatsächlich getan und den Ruf eines mild lächelnden Extremisten erworben. Heute verlacht, morgen hegemonial, so lautete der Lieblingsspruch von mir und meinen Brüdern. Wir verstanden nicht die Rentner, die vor den Kaufhäusern standen, stumm, sie pressten die Traktate an die Brust, oder sie fächerten sie oberhalb der Gürtellinie. Wir spotteten nicht über diese merkwürdigen alten Leute, denn man hatte uns gelehrt, die Jungen zu bekämpfen, die Alten aber in Ruhe zu lassen. Große Dinge kündigten sich an, der Himmel sog sich voll mit den Sünden, und wir wurden geweckt, weil das Unheil seinen Lauf nahm.

Den vollständigen Artikel von Feridun Zaimoglu finden Sie auf den Internetseiten des evangelischen Online Magazins chrismon.de hier.

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