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Das zehnte Gebot

10 Gebote

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel, noch alles, was dein Nächster hat.

Möglich, dass alles anders gekommen wäre, wenn ich gesagt hätte: Unsinn. Wenn ich meinen Bruder Philippe verteidigt hätte, wie ich es früher immer getan habe, sobald die anderen über ihn herzogen, und ich, selbst ganz matt vor Neid, sagte: Schnauze.
Hab ich aber nicht, nicht diesmal. Diesmal habe ich nicht widersprochen, als Jerome zu mir sagte: Hör mal, Pierre, irgendwas stimmt hier nicht, wie kann er sich das leisten? Ich habe mit den Achseln gezuckt, habe mich im Garten umgesehen, den Pool betrachtet, in den die Zwillinge den ganzen Nachmittag über gesprungen waren – drei, vier lange Schritte, dann ein Platschen, dass das Wasser bis zum Tisch spritzte – und habe tja gesagt. Tja. Als gebe es da was zu wissen, und ich wüsste es.
Kurz zuvor waren Philippe und seine Frau in die Küche gegangen, in den Händen die leeren Teller, wir hatten den beiden nachgeschaut, wie sie zum Haus gingen, und Jerome hatte sich mir zugewandt, die dichten Brauen zu einer einzigen skeptischen Linie erhoben, und hatte gesagt: Irgendwas stimmt hier nicht.

Den vollständigen Artikel von Annette Mingels finden Sie auf den Internetseiten des evangelischen Online Magazins chrismon.de hier.

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