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Erstes "Angedacht…" von Pfarrer Michael Petzold

Pfarrer Michael Petzold

Als ich von OLKR Paul Oppenheim angefragt wurde, ob ich in der Deutschen Gemeinde in Sydney die Vakanzvertretung übernehmen würde, war ich freudig überrascht, denn ich bin im März 2002 bereits für einen Kurzbesuch in Sydney gewesen und hatte damals auch am Sonntaggottesdienst mit anschließendem Kirchenkaffee in der Martin-Luther-Kirche teilgenommen. Diesen ersten Eindruck kann ich jetzt mit der bevorstehenden Vertretungszeit vertiefen und erweitern. Hatte ich doch miterleben können, wie lebendig sich das Gemeindeleben gestaltet und von wie vielen freiwilligen Helfern alles mitgetragen und mitgestaltet wird. So bin ich gespannt auf den ganzen Umfang der Aufgaben und will mit dazu beitragen, dass zusammen mit Ihnen allen in fröhlicher Dankbarkeit die Gottesdienste und Zusammenkünfte bis zur Ankunft der neuen Pfarrperson im nächsten Jahr gefeiert werden.

Ich selbst bin Jahrgang 1944, also seit 1. April dieses Jahres bereits im „tätigen“ Ruhestand, stamme aus Leipzig, habe hier noch zu DDR-Zeiten studiert, war in der Thomaskirche in Leipzig als Vikar und danach am Stadtrand von Leipzig 15 Jahre als Gemeindepfarrer tätig und von 1985 an in der Berliner Charite als Krankenhauspfarrer. Hier, in Ostberlin, habe ich die Wende miterlebt, auch ein wenig mitgestaltet. Von 1972 bis zu unserer Scheidung 1998 war ich verheiratet, wir haben zwei Kinder, die inzwischen erwachsen sind und in Bern, Schweiz und in Berlin leben. 2002 wurde ich von der EKD als Auslandspfarrer in das Deutsche Klinikpfarramt Davos in der Schweiz berufen und bin dort im Hochgebirge auf 1600 m ü.M. mit dem Schwerpunkt Seelsorge über sieben Jahre hinweg an deutschen, niederländischen und schweizer Patienten tätig gewesen – der Abschied jetzt Anfang September ist mir wegen der gewachsenen Verbundenheit nicht leichtgefallen.

In der Seelsorge und im gemeinsamen Nachdenken über die biblische Botschaft sehe ich auch in den bevorstehenden Monaten meinen Schwerpunkt, d. h. dass ich recht schnell zu möglichst vielen von Ihnen Kontakt finden möchte. Geben Sie mir einen kleinen Hinweis oder sagen Sie es mir bei den Begegnungen im Gottesdienst oder in den Gemeindekreisen – ich besuche Sie gern!

Ein Gebet in der Bibel ist mir besonders ans Herz gewachsen, es ist der Psalm 121, den ich wegen der bis zu 3000m hohen Berge, die mich in den letzten Jahren umgeben haben, gern den „Davoser Psalm“ genannt habe – und damit möchte ich Sie alle ganz herzlich begrüßen:
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen und von den Bergen hinauf zu Dir, ich suche Hilfe. Meine Hilfe kommt von Dir, Gott, der Himmel und Erde geschaffen und auch mein Leben in seiner Hand hat. Du bist um mich überall und immer. Du hältst mich fest, lässt meine Füße nicht ausgleiten, lässt mich nicht fallen. Du schläfst und schlummerst nie. Wie ein Schatten schützt Du mich vor der Hitze des Tages. Wie ein Dach gibst Du mir Geborgenheit bei Nacht. Herr, bewahre meine Seele. Begleite mich, wenn ich fortgehe und kehre wieder mit mir zurück. Lass es so sein, jetzt und immer und auch an der Schwelle zur Ewigkeit. Amen

Ihr Michael Petzold

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