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Wie kann Frieden werden?

Der russische Kinderbuchautor Marchak schaute einmal siebenjährigen Kindern beim Spielen zu. Was spielt ihr?, fragte er. Die Antwort: Wir spielen Krieg. Darauf er: Wie kann man Krieg spielen! Ihr wisst doch, wie schrecklich der Krieg ist. Wollt ihr nicht Frieden spielen?
Eine gute Idee, sagten die Kinder. Dann war Schweigen, Beratung, Tuscheln – wieder Schweigen. Schließlich wandten sich die Kinder ihm zu und fragten: Großväterchen, wie spielt man Frieden?
Das ist eine Geschichte, die uns betroffen machen kann – erst recht dann, wenn wir das hebräische Wort Schalom (Frieden) in seiner ursprünglichen Bedeutung ganz ernst nehmen: Es meint Heilsein im umfassenden Sinne des Wortes – eine Lebensweise, bei der sich alle gegenseitig Raum und Zeit zum Leben geben – eine neue Lebensordnung, in der das Liebesgebot die erste Spielregel menschlichen Zusammenseins ist.
Wie spielt man, wie praktiziert man solchen umfassenden Frieden? – Das kann man nicht, sagen die einen. Jeder ist sich selbst der Nächste! – Das kann man doch, sagen die anderen, und dabei haben sie die Lebenspraxis Jesu vor Augen und im Herzen, die sie stark macht zu vielen Schritten auf den Frieden hin.
Dietrich Bonhoeffer, der am 9. April 1945 noch kurz vor Kriegsende von den Nationalsozialisten ermordet wurde, schrieb: „Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit. Denn Friede muss gewagt werden, ist das eine große Wagnis und lässt sich nie und nimmer sichern. Friede ist das Gegenteil von Sicherung. Sicherheiten fordern, heißt Misstrauen haben, und dieses Misstrauen gebiert wiederum Krieg.
Sicherheiten suchen heißt, sich selber schützen wollen. Friede heißt, sich gänzlich ausliefern dem Gebot Gottes, keine Sicherung wollen, sondern in Glaube und Gehorsam dem allmächtigen Gott die Geschicke der Völker in die Hand legen und nicht selbstsüchtig über sie verfügen wollen. Kämpfe werden nicht mit Waffen gewonnen, sondern mit Gott. Sie werden auch dort noch gewonnen, wo der Weg ans Kreuz führt.“
Karfreitg war nicht das Ende, sondern mit der Auferstehung Jesu von den Toten hat Gott mit uns Menschen Frieden geschlossen um Jesu Christi willen und uns allen einen neuen Anfang geschenkt, der bis in seine Ewigkeit hineinweist.
„Der Herr ist auferstanden –
er ist wahrhaftig auferstanden!“
Herzliche Grüße aus dem Pfarrhaus in Chester Hill!

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