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Deutsche Pastoren aus aller Welt kommen in Berlin zusammen

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Eine Woche lang kamen alle Pfarrerinnen und Pfarrer, die die EKD in Auslandsgemeinden entsendet, in Berlin zusammen. Es war eine tolle Woche.
Wir hatten inhaltlich spannende Vorträge. An einem Tag ging es um friedensethische Fragestellungen, zB. um die Frage, ob und unter welchen Umständen Gewalt ein Mittel sein kann, um größere Gewalt einzudämmen. Es ging um die vom ÖRK angeregte Pilgrimage of justice and peace – und um die Frage, wo das in unseren Gemeinden vorkommt oder eine Rolle spielt. Hier in Australien, in Sydney: Wo begegnet uns das Ringen um justice and peace? Wo setzen wir als Christen und dafür ein? Mir ist erschreckend wenig eingefallen, wo wir als Kirchengemeinde uns damit auseinandersetzen – hier könnten wir in Sydney gut anknüpfen und das als Gedankenanstoß nutzen: Pilgrimage of justice and peace: Wo begegnet uns das?
Ein anderer Tag stand unter wirtschaftsethischen Fragen. Wir haben darüber diskutiert, inwiefern wir als Verbraucherinnen und Verbraucher die Märkte beeinflussen können – wie wir zu mehr Gerechtigkeit in dieser Welt beitragen können. Und es ging um die Frage: How much is enough? Was brauchen wir eigentlich für ein erfülltes und glückliches Leben – und wann ist auch mal etwas genug? Mir geht diese Frage seitdem nach. How much is enough? Ich denke, es lohnt sich, diese Frage mal zu diskutiern und ihr nachzugehen.
Natürlich war neben den Vorträgen noch vieles andere spannend: Besonders der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt. Zu hören von den Herausforderungen in den verschiedenen Gemeinden war sehr beeindruckend und bereichernd. Ich habe gelernt, dass es in Costa Rica keine Armee gibt, kein Militär. Das wurde einfach abgeschafft – und es lebt sich dort auch ohne ganz gut. Die Gemeinde in Moskau lebt in einerm German Compound zu sammen – ganz anders als wir hier, die wir so verstreut sind über die Stadt. Und in Singapur besteht die Gemeinde nahezu ausschließlich aus Expats. In manchen Jahren verliert die Gemeinde auf einen Schlag deshalb die Hälfte aller Mitglieder, weil die Expats natürlich nicht bleiben. Und es beginnt nahezu jedes Jahr alles von vorne.
Auch gab es eine Vielzahl von spannenden Workshops – von Erlebnispädagogik in der Konfirmandenarbeit, neuen Ansätzen für die Arbeit an der Predigt, bis hin zu Fundraising.
Es war alles in allem eine sehr angefüllte, gelungene Woche – und ich erzähle bei Bedarf gerne mehr darüber…

Eure Pastorin Andrea Pistor

Comment(1)

  1. Reply
    Dietrich Rehnert says

    Diese beiden Beitraege haben mich aus einem besonderen Grund auch besonders interessiert, kenne ich doch aus meiner Reisezeit zahlreiche deutschsprachige Auslandsgemeinden u.a. auch die in Moskau und Singapur, denn unsere Pastorin Andrea in ihrem Beitrag erwaehnt. In
    keiner Gemeinde sind die Umstaende ihres Tuns identisch, doch mindestens eines haben sie gemeinsam: die Freude am Leben im Evangelium und seiner Hoffnung ueber uns selbst hinaus. Dank fuer diese guten Einblicke!
    Dietrich Rehnert

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