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Kulturabend mit “Herr Käthe”

Bericht vom Kirchenkino am 14. September 2017

Als Elfjährige wurde Katharina von ihren Eltern ins Kloster “abgeschoben” – damit für die Familie der Weg in den Himmel gesichert war – und sie einen hungrigen Magen weniger zu füttern und auch eine Aussteuer weniger aufzubringen hatten. In kurzen Szenen wurde gezeigt, wie das Klosterleben ablief, wie wenig menschliche Gefühle eine Rolle spielten.
Katharina als junge Frau hörte von Martin Luther und riskierte es, einen Brief an ihn zu schreiben. Seine Antwort ermutigte sie, mit sieben anderen Nonnen zu fliehen – ein Unterfangen, das sehr böse hätte ausgehen können. Die Frauen, seit Kindheit hinter verschlossenen Klostermauern aufgewachsen, hatten eigentlich nur eine Wahl: so schnell wie möglich “unter die Haube” zu kommen …
Für Katharina, die als Magd arbeitete, war bald klar, dass es für sie nur einen Mann geben konnte. Es dauerte eine Weile, bevor Martin einwilligte. Als kluge Frau erkannte Katharina sehr bald, dass wenn Entscheidungen gefällt werden mussten, die Haus und Hof betrafen, sie diese alleine treffen musste. So kam es, daß sogar Martin sie mit “Herr Käthe” titulierte.
Eine sich langsam entwickelnde “Liebesgeschichte” in einer Zeit der Verfolgungen und Ermordungen, in einer Gesellschaft, in der die Frau so gut wie keine Rechte und keinen Stand hatte, wurde uns in diesem Film vorgeführt.
Herzlichen Dank an Andrea und Thomas, die den Film mitgebracht haben, die Technik vorbereiteten und die Zuschauer, die trotz des kalten, windigen Abends den Weg in die Kirche gefunden hatten.

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