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Die Welt wird größer (für den Reisenden)

Es muss Mitte Mai 1955 gewesen sein. Meine Freundin und ich saßen in ihrem Zimmer, nebenan im Radio lief der Jugendfunk des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR.) Von dort kam ohne weitere Erläuterung die folgende Ansage:

„Als Siegergeschichte unseres Wettbewerbs um die beste Kurzgeschichte lesen wir nun die Geschichte des 18-jährigen Dietrich Rehnert aus Braunschweig.” Ich zog die völlig überraschte Freundin ans Radio. Leser war ein erstklassiger Sprecher.

Reisepläne gab es schon, doch mit einem Teil des Honorares wurde ein Hauszelt mit Gummiboden gekauft. Die fünfwöchige Europareise leider allein will ich nicht berichten.

Nur ein besonderes Erlebnis, das im italienischen Grenzort an einem Abend begann. Ein Herr fragte mich nach meinem Reiseziel, das “Genf” lautete. Er müsse nach Lausanne, wolle aber nicht nachts über den Simplon fahren.

Gegen Mitternacht waren wir an seinem Grundstück, wo ich mein Zelt auf dem Rasen aufbauen durfte.

Am Morgen wurde ich von einer Stimme geweckt. Es war eine Bedienstete. Auf ihrem Tablett befand sich mein umfangreiches Frühstück. Leider gibt es kein Foto von diesem Erlebnis.

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