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Leid und Hoffnung

“Am Karfreitag scheiden sich die Geister” hat mir mal ein Pfarrerfreund an einem österlichen Meditationswochenende gesagt. Ich war zunächst nur verunsichert, doch dann verzichteten wir auf Kaffee und Kuchen und näherten uns buchstäblich “Schritt für Schritt” der Äusserung auf einem Waldspaziergang an.

Einig waren wir uns nur über das Geschehen am Karfreitag. Manche Äusserungen von Gemeindemitgliedern gingen deutlich auf Distanz: “wie kann Gott das seinem einzigen Sohn antun?” Auch “für mich hat er ihn nicht umgebracht” blieb nicht ungesagt. Kein Wort gab es zum Danken, in der gegebenen Situation wohl verständlich.

Dann brachte jemand das Verhalten der Jünger zur Sprache. Nur Johannes war bei Jesus am Kreuz. Die Frage nach einer Reaktion von uns selbst traf auch auf Schweigen. Der Satz eines Konfirmanden war wohl wie eine Erlösung:

“OSTERN IST AM KARFREITAG NICHT ZUENDE.”

Leid und Hoffnung sind oft sehr nah beieinander.

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