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Am Ende kommen Touristen …

Am Ende kommen die Touristen

… war der Titel des Filmes, den der Kulturkreis am Donnerstag, den 9. Oktober 2014, in der Martin Luther Stube zeigte. Oswiecim – Auschwitz – ist der Schauplatz des Filmes, aber nicht die Verbrechen an sich, sondern deren Auswirkungen auf die dritte Nachkriegsgeneration.
Sven, der junge Zivildienstleistende, wollte eigentlich nach Amsterdam, und ist sich nicht im Klaren darüber, was von ihm erwartet wird und wie er sich verhalten soll. Stanislaw Krzeminski, ein ehemaliger Häftling des Lagers, leidet an der „Schuld der Überlebenden“ und kann sein Leben nur so legitimieren, in dem er das Versprechen, das er den Mithäftlingen gegeben hatte, einlöst: er repariert die alten Koffer, die ja nie wieder zurückgegeben werden können. Sven soll ihm zur Seite stehen – ein bisschen helfen – was auf beiden Seiten Unverständnis und Unsicherheit auslöst.
Als Deutscher in Polen zieht Sven oft Kommentare auf sich, und zwar von Jugendlichen (Die deutsche Armee wieder in Polen?) und den Alten (Frag ihn ob sein Opa auch schon hier gearbeitet hat!) – die ihn sprachlos lassen, kann er doch keine sarkastische Antwort geben.
Langsam bekommt Sven ein Gefühl für diesen sensiblen Ort. Seine Reaktionen auf die gleichgültigen Lehrlinge und die völlig unsensible Frau Schneider  sind  fast nur aus seinem Mienenspiel zu erkennen
Ania ist die einzige Person, mit der er sich aussprechen kann, aber auch sie kann seine Fragen nicht beantworten. Obwohl sie sich verliebt haben, verlässt Ania Oswiecim, denn sie sieht keine Zukunft für sich in diesem Ort.
Ein vielschichtiger Film, der die Zuschauer zu anregenden Diskussionen bewegte.

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