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Angedacht – Das Hohelied

Liebespost aus der Bibel? Ja, genau! Das Hohelied im Ersten Testament ist eine Sammlung von Liebesschwüren und erotischen Begegnungen. Eigentlich ist die ganze Heilige Schrift ein Liebesbrief an uns.

Trotzdem können Kirchen manchmal lieblos sein – oder leibfeindlich. Gewiss geht es hier um das Verhältnis von Gott oder Christus zu seiner Gemeinde. Natürlich geht es aber in Wirklichkeit um das Liebesleben von Mann und Frau. Umgekehrt geht es im Hohen Lied der Liebe, dem 13. Kapitel des Ersten Korintherbriefes, um die Liebe unter uns Christenmenschen. Trotzdem wird der Paulustext so gern bei Trauungen gelesen – und passt bestens! Entdecke beide Texte selbst in der Bibel!

Hier trifft sich ein Paar romantisch unterm Apfelbaum, den Martin Luther bekanntlich pflanzt, wenn jemand behauptet, die Welt ginge bald unter. Ein Zeichen des Lebens und der Hoffnung. Dieser Apfelbaum in Hohelied 8 ist der Ort, wo sich schon die Eltern in gleicher Absicht getroffen haben.

Hier ist der Liebesschwur zu hören: Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod. (Vers 6) Lass mein Bild, meinen Stein, meinen Schmuck auf deinem Herzen und auf deinem Arm sein, an einem Halskettchen zum Herzen baumeln und an einem Armkettchen in allem Tun und Denken vor dir sein. Das ist die Idee des Traurings, der als Kreis eben unendlich ist. Und unüberwindlich. Wie ein Amulett, ein Glücksbringer.

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Wenn wir uns mit dem jüdischen Glauben auseinandersetzen, fallen uns die seltsamen Kapseln und an Arm und Stirn auf. Darin sind die Worte enthalten: Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Diese Worte sollen wir uns zu Herzen nehmen, auf die Hand und zwischen die Augen binden. (5Mose 6,4-9)

Welche Rolle spielt Gott in deinem, in meinem Leben? Ist er bei allem dabei, was ich denke, fühle und tue? Oder lasse ich ihn lieber manchmal außen vor, weil mir seine Gegenwart peinlich wäre?

Wie gehe ich mit meiner oder meinem Liebsten um? Ist sie/er bei allem dabei, was ich denke, fühle und tue? Oder lasse ich sie/ihn lieber manchmal außen vor? Besonders frisch Verliebte kennen diese Sprache, die doch ganz religiös ist: „Ohne dich kann ich nicht leben! Dir gehört mein ganzes Herz!“ Vielleicht sind Trauringe und Halsketten doch wichtiger, als wir manchmal denken. Und auch ein Kreuz an der Kette kannst du dir wie ein Siegel auf dein Herz legen.

Ich bin kein Fan von Schmuck. Ich würde ihn beim nächsten Fußballspiel ausziehen müssen – und verlieren. Aber ich würde meine Liebste und meinen Gott nicht vergessen noch verlieren. Dabei hilft mir, regelmäßig in dem dicken Liebesbrief Bibel zu lesen.

Ach ja, liebe Gemeinde: Für ein paar Wochen werden Ute und ich im Juli nach Deutschland reisen, um Kinder und Freunde zu besuchen, aber auch an der verpflichtenden Auslandspfarrkonferenz teilzunehmen. Und natürlich nehmen wir unsere liebe Gemeinde im Herzen mit und freuen uns auf das Wiedersehen mit Euch. Bleibt behütet vom Guten Hirten!

Gottes Segen und gutes Geleit wünscht Christian Hohl, Pastor

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