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Das Wort zum April

Liebe Gemeinde in Nah und Fern!

Ostern und Pfingsten stehen wieder vor der Tür. Ostern können wir noch so in etwa erzählen. Auch da gilt wie bei Weihnachten: “Jesus is the reason for the season.“ Nach dem brutalen Kreuzestod gibt es eine Fortsetzung mit der Auferstehung. So schwer diese zu verstehen oder gar zu beweisen ist, so wichtig ist doch die Hoffnung einer Auferstehung und eines Weiterlebens für uns alle. Und die ist uns zugesagt.

Eine ägyptische Prinzessin war zum christlichen Glauben gekommen. Als der römische Kaiser in Alexandria zu Besuch ist, wird sie einbestellt, um über ihren seltsamen Glauben Auskunft zu geben. Der Kaiser hört sich die Taten und Worte Jesu geduldig an, nickt verwundert und anerkennend, bis sie von der Auferstehung Zeug-nis gibt. „Jetzt wird es aber eine Märchenstunde!“ Mit diesen Worten entlässt er sie.

Verzweifelt geht sie im Nildelta spazieren. Dort findet sie ein frisches Entennest, das sie auf eine Idee bringt. Mit einem Ei aus dem Gelege kehrt sie am nächsten Tag zum Kaiser zurück. „Majestät, Ihr wolltet doch nicht glauben, dass Jesus aus dem Felsengrab auferstanden ist. Seht dieses Ei. Es hat eine Schale wie toter Stein. Und doch kommt daraus Leben hervor.“

Katharina von Alexandrien soll den Kaiser beeindruckt haben. Sie wurde eine berühmte Gelehrte und bekehrte 50 Philosophen, von denen sie eigentlich widerlegt werden sollte. Das war aber einigen Zeitgenossen nicht recht, die sie wegen ihres Glaubens und Wis-sens ans Rad flochten und enthaupteten.

Eine alte Legende. Leider sind der Unglaube und der Zweifel an der Intelligenz der Frauen immer noch aktuell. So wie bei Maria von Magdala, deren Bericht vom leeren Grab von den Jüngern als „Weibergeschwätz“ abgetan wurde. (Lukas 24,11)

Das Osterei hat etwas mit der Fruchtbarkeit zu tun und war Zahlungsmittel, wenn im Frühjahr keine anderen Naturalien zur Verfü-gung standen. Aber es taucht auch schon auf dem Sederteller des jüdischen Passahfestes (Jesu letztes Fest!) als Lebenssymbol auf und hat in vielen Ländern zu Eierwerfen, Eierrollen oder anderen Traditionen geführt, die an das offene Grab und an neues Leben erinnern.

Bei Pfingsten fällt uns das Erklären schwerer. Die Geburtsstunde der Kirche mit Durchzug, Windgebraus und Feuerzungen? Da fehlen uns die Nikoläuse und Osterhasen, die Rumkugeln und Marzipaneier. Dabei wäre ein Pfingstochse aus Schokolade auch nicht zu verachten. Oder wenigstens eine Nougattaube. Feuerzungen aus Zartbitter, Chilis und Pistazien?

Das Sprachwunder von Pfingsten, dass da jeder verstand, was die Fischer und Zöllner predigten, obwohl ihre Zuhörerschaft aus aller Herren Länder kam, ist doch was! Unsereiner freut sich ja schon, wenn meine Predigt von den Landsleuten verstanden wird. Die unglaubliche Ausbreitung des Glaubens am ersten Pfingstfest. Die Ökumene und Solidarität der ersten Gemeinde.

Eine Woche nach Pfingsten wird spätestens klar, wo der Hase im Pfeffer liegt. Wenn wir Trinitatis feiern, dann geht es um Gott Vater, Sohn und Heiligen Geist. Das macht die Sache so schwer erklärbar. Der Geist von Pfingsten bleibt unbegreiflich und ungreifbar. Wie erkläre ich einem Nichtchristen den Heiligen Geist, geschweige denn die Dreieinigkeit? Nicht nur die ersten Muslime dachten, jetzt würde eine göttliche Familie mit Vater, Sohn – und Mutter Maria eingeführt. Dabei glauben Juden, Muslime und Christen doch an einen Gott. Denselben?

Ich lade dazu ein, mal wieder über die unaussprechlichen Dinge nachzudenken, die unseren Glauben ausmachen. Sonst geht er uns nämlich verloren. Unsere Sprachlosigkeit ist noch kein Unglaube. Aber eben auch kein glaubwürdiges Zeugnis. Manchmal ist es gut, Kinder zu haben, die einen stundenlang „warum?“ fragen. Also, wie sage ich es meinem Kinde?

In der Apostelgeschichte lesen wir, dass Jesu Mutter, Maria, tatsächlich an Pfingsten dabei ist. Die orthodoxe und die katholische Tradition haben sie in die Pfingstversammlung hineingemalt. Mitten in den Jüngerkreis. Wie können dieselben die Frauen aus dem Kreis entfernen und mundtot machen wollen? Jesu Mutter, Maria von Magdala und die anderen Frauen am Grab sind Apostelinnen.

Schon die Kirchenväter haben das erkannt. Papst Franziskus hat Magdalena, der Apostola Apostolorum, seit Sommer 2016 ein Fest gewidmet. Der Geist weht eben weiterhin wie und wo er will. Seine Gaben erfüllen Frauen und Männer. Das ist Pfingsten. Nachzulesen in der Apostelgeschichte 2 und schon beim Propheten Joel.

Gottes Segen und gutes Geleit wünscht Christian Hohl, Pastor

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