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Das Wort zum Juni

Liebe Gemeinde in Nah und Fern!

Alles gut überstanden! Die Operation im Februar war durchaus nicht ungefährlich. Ich habe selbst schon Gemeindeglieder getroffen in Deutschland, die hinterher querschnittsgelähmt waren. Aber bei mir ist alles gut gegangen.

Das hat auch ein bisschen etwas mit der Einstellung zu tun. Und die kommt am besten aus dem Glauben. So wie Mose in der Monatslosung für Juni sagt: „Habt keine Angst! Verliert nicht den Mut! Ihr werdet erleben, wie der HERR euch heute rettet.“ (2Mose 14,13) Er sagt dies angesichts der ägyptischen Streitwagen, die das Volk Gottes in die Enge getrieben haben. Aber Gott weiß einen Ausweg – quer durch das Meer.

Aber heißt das für den Freund, dessen Operation nicht so glimpflich abgegangen ist, dass er die falsche Einstellung, ja, keinen Glauben hatte? Ich erinnere mich an einen Pfarrer, der brutal am Krebs starb. „Das hatte er nicht verdient,“ hieß es in der Gemeinde.

Bedeutet das, andere haben es mehr verdient. Wir müssen vorsichtig sein mit unserem Glauben und unseren Worten.

Jedenfalls hat es mich getragen und beflügelt, wie viele Menschen

Für mich gebetet haben. Ganz lieben Dank dafür!! In der Gemeinde, in der Ökumene und im Fußballverein. Gerade hier war ich am meisten überrascht. Es waren nicht nur gute Wünsche, sondern aufrichtige Gebete. Und tatkräftige Hilfe aus der Gemeinde.

Wenn ich jetzt zum zweiten Mal in fünf Jahren nach Deutschland reise, spielen die deutschen Fußballfrauen gegen die Matildas, und die Männer gegen die Schotten. Ich habe hier in Australien noch mehr gelernt, wie international wir sind. Ich spiele mit Franzosen und Spaniern, Dänen und Armeniern, Japanern und Koreanern, Vietnamesen und Malaysiern etc. zusammen Fußball.

Grund genug, weniger fanatisch für die Heimmannschaft zu sein – welche eigentlich? Grund genug, Menschen anderer Herkunft stets als Bereicherung zu erfahren. In der Gesellschaft wie in der Kirche.

Grund genug, immer wieder Vorurteile und Verallgemeinerungen zurückzuweisen.

Das ist nicht mehrheitsfähig. Das „Ich-Gefühl“ ist vielen wichtig, die sich über Abgrenzungen definieren. Wir – die anderen. Zu oft Gute- Böse. Zu oft Freunde – Feinde. In Zeiten großer Verunsicherungen werden gerne feste Bollwerke gesucht und Identifikationen neu festgelegt. Das ist mehrheitsfähig. Vorurteile und Dummheit sind mehrheitsfähig. Sie gefährden jede Demokratie und das Zusam-menleben unterschiedlicher Menschen. Sie sind Anzeichen von Autokratien, Diktaturen, menschenverachtenden Systemen.

Gott sagt im Anschluss an die Zehn Gebote: (2Mose 23)

1 Verbreite kein falsches Gerücht! Weißt du aber sicher, dass je-mand Unrecht getan hat, dann darfst du ihn nicht durch eine falsche Aussage entlasten.

2 Folge nicht der Mehrheit, wenn sie im Unrecht ist! Musst du vor Gericht aussagen, sollst du nicht der Mehrheit nach dem Mund re-den und so ein gerechtes Urteil verhindern.

3 Du darfst aber auch einen Armen vor Gericht nicht begünstigen!

6 Verweigere einem Armen vor Gericht nicht sein Recht!

9 Unterdrückt die Fremden nicht! Ihr wisst ja, wie ihnen zumute sein muss, denn ihr seid selbst einmal Fremde in Ägypten gewesen.

Was dem Volk Israel gilt, gilt auch uns. Was in Australien gilt, gilt auch im Heiligen Land. Manchmal finden wir Gebote, die keinen Sinn mehr machen. Darüber sollten wir aber nicht die vergessen, die unser Zusammenleben Gott-gefälliger und menschlicher ma-chen würden.

Gottes Segen und alles Liebe wünscht Christian Hohl, Pastor

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