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“Go back where you came from” Thema im Kulturkreis

Am Mittwoch, den 26. September 2012 kam der ökumenische Kulturkreis zu seinem monatlichen Treffen im katholischen Gemeindezentrum in Croydon zusammen. Thema des Abends war der Bericht unseres Gemeindemitglieds Martin Reusch über seine Arbeit als Betreuer und Dolmetscher bei der Produktion des Fernsehfeatures  “Go back where you came from”.
Die Organisatorin des Kulturkreises, Helga Koenig, führte in den Abend ein.  Helga hatte auch für schmackhafte Bewirtung gesorgt.
Neben  vielen Mitgliedern unserer Gemeinde und aus der katholischen Gemeinde nahm auch der neuberufene katholische Gemeidepfarrer Roland Maurer teil.
Wie unseren Lesern bekannt sein dürfte, hatte der australische Fernsehsender SBS eine zweiteilige Serie über die Flüchtligsproblematik produziert und vor kurzem ausgestrahlt.
Ein Teil der Serie wurde in Afghanistan gedreht.
Martin Reusch wurde auf Grund seiner perfekten Farsi- und Dahra- Sprachkenntnisse ausgewählt, das Team in Afghanistan  zu betreuen.
Martin berichtete sehr anschaulich über seine Arbeit mit dem Team und darüber hinaus lieferte er tiefe Einblicke in das Leben in Afghanistan und in seine Geschichte. Afghanistan ist ein Land, das er aus eingener Erfahrung sehr gut kennnt und das ihm, wie die Zuhörer spüren konnten, sehr ans Herz gewachsen ist.
Untermalt wurde Martins Vortrag durch anschauliche Fotos von Kabul, die einerseits eine schön gelegene Stadt, umgeben von hohen, schneebedeckten Bergen, andererseits unermessliche Armut und Flüchtlingselend zeigten.
Wir sahen primitive Hütten aus Holz und Pappe, die sich an Mauern anlehnten. Solche Bilder ist man von manchen Entwicklungländern gewohnt, Martin machte aber deutlich,  dass zur Zeit seines Besuchs in Kabul Temperaturen von minus 20 Grad Celsius herrschten und Menschen in diesen Hütten hausten. Welch unermessliches Elend!

Eindruckvoll was ein Foto, das er eingangs zeigte und das die Sinnlosigkeit von Entwicklungspolitk deutlich machte:
Ein Freibad mit grossem Becken und Sprungtürmen, sehr schön auf einer Anhöhe mit Blick auf Kabul und die umgebenden Berge gelegen. Es wurde von den Russen in den 80ger Jahren gebaut, jedoch nie mit Wasser gefüllt, denn in Kabul haben nur 6% der Bevölkerung Zugang zu frischem Wasser.
Martin berichtete, dass Kabul in den 70ger Jahren eine grüne, schöne Stadt gewesen sei.
Bürgerkrieg, sowjetische Besatzung, Talibanregime haben das Land zugrunde gerichtet. Die Milliarden,die die USA, NATO und auch Australien in das Land hineingepumpt haben, konnten keine Besserung bringen. In Kabul allein gibt es, wie er berichtete, 30 Lager von bis zu 50.000 IDPs (Internally displaced persons) . Diese werden von UNHCR nicht erfasst.
Die grosse und unbeantwortete Frage bleibt, was wird nach dem Abzug der ISAF-Truppen geschehen?  Eine lebhafte Diskussion entzündete sich an dieser Frage unter den Zuhörern.
Martin wird mit dem afghanischen Flüchtlingsproblem weiterhin eng verbunden bleiben: Er ist am 30. September nach Nauru abgereist, um dort im Auftrag der australischen Regierung afghanische Flüchtlinge zu betreuen.
Wir können ihm  bei dieser Aufgabe nur viel Glück und Gottes Segen wünschen. An seinem  sozialen Engagement blieb bei den Zuhörern kein Zweifel!  Sein Vortrag wurde mit lebhaftem Applaus belohnt.

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