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Irak und Nauru war Thema beim Kulturkreis

Donna und Martin

Am 22. Mai 2013 traf sich der ökumenische Kulturkreisn um mehr über die jünste Reisen von Donna und Martin zu erfahren.

Donna hat Anfang 2013 erneut Zeit im Irak verbracht, ein Land welches sie sehr gut kennt. Sie ware bereits mehrfach dort, unter anderem auch als ‚Human Shield‘ im Jahr 2003 zu Beginn des zweiten Golfkrieges. Sie hat ein Land kennengelernt, in dem es unter Saddam Hussein vielleicht nicht gerade allzu demokratisch vorging und wo Kritik an der Regierung nicht geduldet wurde, aber wo es immerhin freie Erziehung ab Kindergarten bis zum PhD gab, freie Gesundheitsversorgung, viele moderne technische Einrichtungen und es sich im Allgemeinen gut leben ließ.

Ein Land das auf jeden Fall nicht ein ‚Dritte Welt Land‘ war. Der Iran-Irak Krieg hatte das Land schon in den 80er Jahren in die Knie gezwungen, aus welcher Zeit es Fotos gibt mit Donald Rumsfeld & Saddam Hussein. Schon der erste Golf Krieg 1991 verursachte weitere Verarmung. Mit dem 2. Golfkrieg jedoch wurde das Land so derartig verwüstet und vor allem auch nach Plan der USA derartig politisch umgestaltet, daß die Verschlimmerung der Situation dort nun wirklich Probleme mit sich bringt, die die ganze Region weiterhin verunsichern. Wo es vorher aus irakischer Sicht keinen Unterschied zwischen Sunniten und Schiiten gab, werden diese nun auf einmal in den Vordergrund gerückt, was zu dramatischer Eskalation von Gewalt führte. Dazu kamen neue Al-Kaida Zellen, die nun außenpolitische Einflüsse in das Land führte was von westlichen Medien fälschlicherweise nicht mit den vielen Bombenanschlägen in Verbindung gebracht wird. Jede Woche sterben dort hunderte Menschen in der Gewalt, was hierzulande kaum noch in die Medien gerät.

Was mich vielleicht am meisten erschütterte waren Donna’s Berichte von den schweren Folgen der beiden Golfkriege wo die Koalition chemische Waffen und Uran 238 Munition einsetzte, die viele Generationen betreffen werden. In vielen großen Städten so wie Basra, Falluja und Mosul gebären Frauen nur 1 aus 4 Kindern lebendig, und die Neugeborenen die überleben haben auch gravierende Geburtsdefekte. Selbst wenn Kinder gesund sind bekommen viele um das 10. Lebensjahr diverse Krebserkrankungen so wie Leukämie. In diesen Städten gibt es mehr Kinderkrankenhäuser als in irgendwelchen anderen Städten der Welt die von Ärzten versorgt werden die ihr Bestes versuchen. Wenn die Uranmunition benutzt wurde, ist Radioaktivität in den Einschlägen freigestellt worden die nicht weggehen wird. Das Metall von radioaktiven Panzerwracks wird wiederverarbeitet und als Spielzeug und andere tägliche Gegenstände weiter benutzt.

Martin berichtete von seinen Erfahrungen in Nauru und wir diskutierten die Politik die sich mit den ‚Boat People‘ befaßt. In Nauru sind ca 400 Asylbewerber untergebracht die nicht richtig etwas zu tun haben und deren Lebensziel weggezogen ist. Die Folgen für das psychische Wohl dieser Menschen sind verheerend.

Die typische Ansicht das diese Menschen „Queue Jumpers“ sind, ist vielleicht etwas vereinfacht wenn man bedenkt das jemand aus Afghanistan oder Irak gar kein Flugticket mit einem gültigen Visum für Australien, USA, Rußland oder Europa bekommen kann wenn er in Afghanistan oder Irak ist. Man kann einfach dort nicht einfach mit seinem Paß in ein Reisebüro gehen und dort eine Reise nach Australien organisieren wie wir es kennen. Ein interessanter aber auch ungewöhnlicher Gedanke, nicht war?

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