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Jahreslosung für 2024

“Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“

– 1 Kor 16,14 –

Eigentlich selbstverständlich, sollte man meinen. Aber ist überall Liebe drin, wo Liebe draufsteht? Und in welchem Verhältnis stehen die Liebe zu Gott, unseren Nächsten und zu uns selbst? Wahre Liebe ist nie ohne alle drei Komponenten zu haben.

Wenn ich mich zu sehr liebe, lebe ich den Eigennutz. Es dreht sich alles um mich. Wenn ich mich zu wenig liebe, reibe ich mich unnötig auf. Wenn ich nur Gott liebe, aber nicht den Nächsten, dann versage ich als Mitmensch. Davon handelt der Erste Johannesbrief. Wenn ich nur den Mitmenschen liebe, aber nicht Gott, verliere ich Maß und Ziel, letztlich auch meine Quelle der Liebe. Ich lösemich auf.

Das Schriftwort wird gerne für Trauungen genommen. Fast so gerne wie das „Hohelied der Liebe“, das 13. Kapitel des Briefes. Einer machte mich mal darauf aufmerksam, dass wir uns zu dieser Liebe nicht dauernd anschauen müssen. Mindestens so wichtig ist es, in die gleiche Richtung zu blicken und sich miteinander auf den Weg zu machen. Wie wahr!

Aber kann ich wirklich alles in Liebe machen? Auch die ungeliebten Tätigkeiten? Die täglichen Verpflichtungen, die lästigen Dinge, das Putzen des WCs im Studentenwohnheim? Das geht wirklich. Und in der Liebe geht es mir auch besser von der Hand. Wenn ich nur Unwillen verspüre, dauert die Arbeit gefühlt doppelt so lang. Mit Liebe und Elan geht alles besser. Die Einstellung macht den Unterschied.

Ein Kettenraucher entschied sich, Mönch zu werden. Auf einem der ersten Konvente beantragte er, dass er beim Beten rauchen dürfe. Glatt abgelehnt. Ein Jahr später hatte er hinzugelernt und bekam seinen Antrag durch: Ob man beim Rauchen beten dürfe? Beten, so hieß es, darf man immer.

Beten dürfen wir immer. Paulus schreibt an anderer Stelle, dass unser ganzes Leben ein Gottesdienst sein soll. (Römer 12,1) Wenn wir wirklich alles, was wir tun, aus der Liebe heraus, ja in Liebe tun, dann macht das einen großen Unterschied. Oft wird angemerkt, dass nicht nur die Geistlichen, sondern jede und jeder an ihrer Stelle Gott dienen. In Liebe, in Gebet, als Gottesdienst leisten wir in unseren Berufen wertvolle Dienste und machen wir auch scheinbar nebensächliche Dinge zu schönen, erfreulichen, erbaulichen Taten. Andere können sich an ihnen erfreuen, und wenn sie noch so unbedeu tend sind. Und Gott? Der freut sich erst recht.

Übrigens: Die Jahreslosungen werden 2024 90 Jahre alt. Was der evangelische Pfarrer und Liederdichter Otto Riethmüller damals ins Leben rief, wird heute von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft fürs Bibellesen fortgesetzt. Daran sind Menschen aus den verschiedenen Kirchen Deutschlands, Österreichs, der Schweiz, des Elsasses und Polens beteiligt. Sie wählen aus den Büchern und Briefen aus, die im betreffenden Jahr dran sind. Das geschieht natürlich in Liebe.

An dieser Stelle danke ich allen, die in der Kirche Sydney helfen und wirken. Vom Chor über die Küchenfeen zum Küsterdienst, von den Lektoren über die Kirchenmusiker bis zu den Prädikantinnen, von der Technik über die Kirchlichen Nachrichten bis hin zum Kirchenvorstand, Working Bees und Handwerker, Ideengeber und treue Ausführende, Fürbittengeber und Betende… Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe. Wir spüren das und danken für Euren Einsatz. Gottes Segen im neuen Jahr!

Gottes Segen und alles Liebe für 2024

wünscht Christian Hohl, Pastor

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