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Kyrill von Moskau: Ernstfall für die weltweite Ökumene (EKD)

In einem Offenen Brief fordern evangelische Theologen und kirchennahe Politiker den Ausschluss der Russisch-Orthodoxen Kirche aus dem Weltkirchenrat. Das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill, legitimiere den Angriffskrieg auf die Ukraine und sichere die neo- imperialistische Vorstellung einer „russischen Welt“ ideologisch ab, heißt es zur Begründung in dem Schreiben, das die evangelische Theologin Ellen Ueberschär und die Kirchenhistorikerin Katharina Kunter verfasst habe.

Der Brief richtet sich an die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, und den Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen, Ioan Sauca. Die EKD-Auslandsbischöfin Petra Bosse- Huber lehnte die Forderung am Freitag ab:

„Die Evangelische Kirche in Deutschland und die Leitenden der Landeskirchen verurteilen den völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg auf die Ukraine aufs Schärfste. Die Rechtfertigung dieses Krieges durch Patriarch Kyrill I. als göttliche Mission ist eine gotteslästerliche Ideologie. Auch das hat die Ratsvorsitzende der EKD, Annette Kurschus, immer wieder klar benannt. Ein Ausschluss der Russisch-Orthodoxen Kirche aus dem Ökumenischen Rat der Kirchen wäre jedoch ein Signal in die falsche Richtung. Damit würde ein großer Teil der orthodoxen Christinnen und Christen aus der weltweiten ökumenischen Gemeinschaft ausgeschlossen. Innerhalb der Russisch-Orthodoxen Kirche neh- men wir eine deutliche Mehrstimmigkeit wahr. Umso wichtiger ist es uns, einer pauschalen Wahrnehmung der russischen Orthodoxie und deren Einordnung in ein uniformes Feindbild von Russland entschieden entgegenzuwirken. Angesichts der inneren Pluralität der russischen Orthodoxie unterstützen wir als Teil der ökumenischen Gemeinschaft die Bemühungen, Brücken des Dialogs aufrechtzuerhalten. Sie können Wege eröffnen, die für einen Friedensprozess von großer Bedeutung sein werden. Die Berufung der Kirchen und der ökumenischen Bewegung ist es, Frieden zu stiften. Daher gilt die Verpflichtung, in weiteren Treffen gemeinsam für Gerechtigkeit und Frieden zu arbeiten. Auch bei der Vollversammlung in Karlsruhe wird die evangelische Kirche sich weiterhin klar zum Angriffskrieg auf die Ukraine äußern und ihre ablehnende Haltung zur Position von Patriarch Kyrill I. deutlich machen.“

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