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Lutherangels erkunden die Snowy Mountains!

Es ergab sich Mitte Februar daß Mathias und ich 5 Tage frei hatten, die wir nutzen wollten um mal weitere Landstriche auf unseren motorisierten Untersätzen zu erkunden. Peter wollte auch mitkommen aber mußte leider wegen einem entzündeten Fuß absagen. Die Idee war mal den Norden wieder zu erkunden aber die Wettervorhersage war auf großen Regen aus, jedoch der Süden, in den Snowy Mountains, sollte wunderbar schön werden. Am 18. Februar trafen sich Mathias und ich, und wir machten uns auf der Autobahn auf nach Marulan. Dort gab es erstmal einen Morgenkaffee.

Dann ging es auf der kleineren Oallen Ford Road Richtung Nerriga.

Doch die Sandstraßen riefen stark und so kamen wir auf die tolle Mongarlowe Road die uns am Buddawang National Park entlangführte. Es gibt dort viele Wälder und ab und zu einen Blick auf die Buddawang Berge die sich absenken Richtung Nowra.

In Braidwood gab es ein gutes Mittagessen und dann ging es auf der Cooma Road nach Cooma, am Deua National Park entlang. Das war eine wunderschöne Strecke, und wir machten ein paar Abstecher in den Park zu Campsites.

Bei Badja sollte eine sehr kleine Straße 2 km zu einem Aussichtspunkt gehen, aber als wir dort nicht viel sehen konnten ermutigte Mathias mich einfach weiter zu fahren, weil die Straße laut seinem GPS in 4 km wieder auf die Hauptstraße kommt.

Es wurde jedoch immer steiler und mehr nebelig, und irgendwann wurde es so steil daß Mathias es nicht mehr hoch schaffte und das Motorrad rückwärts rollte und er abspringen mußte. Zum Glück ist außer ein paar kleinen Kratzer nicht viel passiert, aber wir drehten um und fuhren den bekannten Weg wieder zurück. Nach 430 km (Route) kamen wir abends in Cooma an und übernachteten dort im Snow Season Motor Inn, nachdem wir uns ein wohlverdientes Abendessen im Alpine Hotel zugezogen hatten.

Gut ausgeschlafen machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg. Wir hatten uns am Tag zuvor ein gutes Frühstück (und auch Mittagessen) im Aldi gekauft das wir verzehren konnten bevor wir losfuhren. Es ging auf der Monaro Highway nach Bombala.

Dort gab es einen schönen Morgenkaffee und gut erfrischt ging es weiter Richtung Victoria via Delegate. Nicht lang nach der Grenzüberquerung bogen wir ab auf die Derricknora Road, ab dort war es Sandstraße bis zum Ende der Fahrt.

Die Berge wurden immer schöner, und als wir auf die McKillops Road bei Bonang trafen, wurde es erst so richtig schön. Diese Straße führt bildschön an dem Deddick River entlang, mit steilen Hängen, durch Wälder und wunderbaren Ausblicken.

In Tubbut machten wir eine kleine Pause, und dann ging es wieder weiter.

Es kamen uns so einige andere Motorrad Adventure Riders entgegen. Der Tag war wunderschön.

Einmal legte ich mein Motorrad hin und bekam es allein nicht wieder aufrecht, bis ein Autofahrer mir half.

Mathias wartete an der McKillops Bridge auf mich. Diese Brücke ist recht beachtlich, und führt dort wo der Deddick River in den Snowy River mündet über den Fluß. 1934 so fertiggestellt daß sie den größten Fluten widerstehen konnte wurde sie am Tag vor ihrer Einführung von einer richtig großen Flut weggespült und mußte noch mehr vergrößert wieder neu gebaut werden. So kann man sie heute noch befahren wie dieses Video (per Drohne) und auch dieses Video zeigen.

Das Mittagessen war leider enttäuschend – ich hatte doch wahrhaftig unseren leckeren Käse und die Wurst im Kühlschrank unseres Motels vergessen! Also gab es nur trockene Brotfladen… Ab nun ging es wieder bergauf.

Wir fuhren dann auf weiterhin kurvigen Straßen in die Berge hoch zu einem schönen Little River Aussichtspunkt wo man einen Blick aus der Höhe über die bergige Landschaft bekommt.

Auf dem Plateau geht es auf ca 1000m Höhe nach Wulgulmerang, wo wir dann auf den Barry Way gestoßen sind. Die schöne Landschaft dort kann man auf diesem Drohnenvideo sehen. Auf dieser auch tollen Sandstraße ging es dann zurück nach NSW Richtung Jindabyne. Die Straße windet sich wieder an steilen Berghängen zurück in das historische Örtchen Suggan Buggan und dann in das Snowy River Tal, wo dann die Grenze nach NSW erreicht wird.

Dort geht es am Snowy River entlang mit schönem Blick auf den Fluß und dann geht es in vielen kleinen Kurven wieder nach oben vor Jindabyne.

Einfahrt nach NSW!

Leider war auf dieser Straße diesmal am Samstagabend sehr viel Verkehr weil so viele dort am Fluß campen wollten. An jeder scharfen Kurve erwarteten uns Four Wheel Drives mit Anhängern, und auch ganz normale Autos. An einer sehr scharfen S-Kurve mit starker Schräglage und viel losem Geröll kam mir ein Auto entgegen und ich bremste leicht. Sofort fiel ich auf dem Motorrad bei Tempo 20km/h hin, und das Motorrad endete auf meinem rechten Knöchel. Der Autofahrer mußte mir das Motorrad anheben sodaß ich aufstehen konnte. Zum Glück konnte ich auf dem Bein stehen und hatte aber auch diverse blaue Flecken und Schürfwunden unter der unbeschädigten Lederkleidung. Er half mir auch das Motorrad wieder aufzurichten und dann konnte ich weiterfahren. Mathias wartete an einem Campsite am Snowy River, und wir liefen zur Abregung an den Fluß.

Als es mir besser ging und ich mich von dem Adrenalinschub erholt hatte fuhren wir weiter zum Wallace Craigie Lookout wo man einen Blick zurück in das Snowy River Tal bekommt wo wir hergekommen waren.

Wir fuhren dann zu unserer Übernachtungsstelle, zum Carinya Village bei Jindabyne.An dem Tag sind wir immerhin 330km gefahren, davon gut 200km Dirt Road. Ich ruhte mich etwas aus, legte mein rechtes Bein hoch und bemerkte daß ich nicht so leicht laufen konnte wenn ich die stabilen Motorradstiefel auszog. Der Fuß war auch schon ordentlich geschwollen und schöne blaue Flecken machten sich bemerkbar. Ich bekam fachmännisch von Mathias einen starken Druckverband der schon mal half.

Total schön war Peters Ankunft. Während mein Fuß Probleme bekam hat sein Fuß sich dramatisch verbessert und er konnte deshalb nachkommen!

Nun waren wir also zu dritt und belohnten uns alle mit einem sehr guten Abendessen im Lake Jindabyne Hotel mit tollen Abendblick auf den See.

Am nächsten Tag wollten wir allerdings nicht wieder auf den Barry Way wie es ursprünglich geplant war, sondern eher auf schnellem Weg nach Tumut fahren. Wir einigten uns doch noch so ein klein wenig Dirt Road zu fahren, und zwar zum Tatangara Reservoir. Also ging es los ohne Frühstück (Wir waren vom Vorabend noch zu satt) und wir fuhren nach Berridale, und dann nach Adaminaby.

Dort gab es dann den guten Morgenkaffee unter den Linden im ‚Stadtzentrum‘.

Beim Motorradfahren hatte ich mit meinem Fuß wirklich keine Probleme solang ich in meinen Stiefeln war. Also ging es weiter und wir bogen kurz nach Providence Portal zum Tatangara Reservoir ab. Leider war der erste Teil der Straße sehr stark befahren: Wo vor 5 Jahren nur unberührte Natur um den Stausee herum war, waren nun ca 1000 Containerhäuser gebaut, und überall waren riesige Baumaschinen beschäftigt und es standen massive Türme herum- dies war alles Teil des Snowy Hydro 2 Projekts.

 

Zum Glück war es ab dort viel besser, und wir fuhren durch die Snowy Mountain Highlands zum Currango Homestead. Dort begrüßten uns ganz wuschelige Wallabies.

War beschauten uns dies Gehöft das nun Teil vom Nationalpark ist aus der Luft.

Dann ging es weiter am Westende vom Tatangara Reservoir durch eine total geniale abgelegene unberührte Landschaft. Das war so richtig fantastisch, ausgedehnte Freiheit und Natur pur!

Auch dies sah gut aus der Luft aus wie man in diesem Drohnenvideo sehen kann. Wir haben auch Brumbies am Wegesrand gesehen.

Wir mußten den berühmten Murrumbidgee River überqueren der hier allerdings nur ein schmales Rinnsal ist.

Schließlich kamen wir an der Long Plain Road an die nach Norden gen Brindabella geht, und wir fuhren ab dort zur Snowy Mountain Highway, die wieder geteert ist. Dann kam uns die Idee die Straße zu den Yarrangobilly Höhlen auszukundschaften. Die hat sich seit den verheerenden Bränden ganz schön geändert, man hat jetzt eine ganz gute Aussicht (Da war ein Insekt auf meiner GoPro Linse gelandet, darum sind die Bilder etwas verschwommen)!

Zurück auf der Snowy Mountains Highway fuhren wir zu dem Black Perry Lookout von wo man eine ganz nette Aussicht auf die Berge hat.

Mathias wollte nun zum Motel, aber in Peter und mir steckte noch ein wenig mehr Abenteuerlust, und wir fuhren zum Landers Falls Lookout. Diese 5 km lange Dirt Road ist recht kleine und auch recht steil an manchen Stellen, aber wir kamen gut am Parkplatz an.

Nun sollten es nur 900 m zu Fuß zum Lookout sein. Ich hatte genug Mut es mit meinem verletzen Knöchel zu wagen und so trotteten wir Dank Peters geduldiger Unterstützung zum Aussichtspunkt.

Dort stellte sich aber heraus daß man von dort noch nicht den Wasserfall sehen konnte und ein nettes Paar ermutigte uns nochmals 600m zur sehr sehenswerten richtigen Platform zu wandern. Das taten wir auch und mußten schon sagen daß es sich sehr gelohnt hat, auch der Blick zum Tabingo Reservoir war sehr schön.

Wieder bei den Motorrädern waren dann also 3km Wanderung vergangen, aber mein Fuß war noch ganz OK. Die steile Straße mußte nun wieder zurückgefahren werden und Peter’s Gepäck löste sich am Ende der Sandstraße.

Nun ging die Fahrt im Abendlicht ins Blowering Reservoir Tal bei Tumut.

Dort konnten wir den Sonnenuntergang nicht ungesehen einfach so passieren lassen:

Nach 282 km kamen wir in Tumut am Motel an (Wir sind diese Route an dem Tag gefahren) wo Mathias schon alles für uns vorbereitet hatte. Dann ging es nochmals 500m zu Fuß zur Tumut Brauerei (Tumut River Brewing Co), wo es ein sehr gutes Biersortiment gab und ein wohlverdientes Abendessen.

Der Schlaf war tief und gut und am Morgen fuhren wir wieder ohne Frühstück gleich los nach Wee Jasper. Am Anfang gut geteert wurde die Straße bald zu einer sehr anstrengenden Sandstraße durch die Nadelwälder (Wee Jasper Forest Road) bevor es etwas interessanter auf der  Wee Jasper Road wurde.

In Wee Jasper machten wir an der Our Lady of the Rosary Church Halt, und fuhren dann weiter durch geschwungene Landstraße von NSW.

In Yass gab es dann ein wohlverdientes Spätstück, und dort verabschiedeten wir uns voneinander. Mathias wollte vor dem großen Regen heimkommen und Peter wollte auch vor dem großen Niederschlag in Wollongong sein. Etwas naß wurden dann nur Peter, Mathias schaffte es trocken zurück. Ich hatte jedoch noch einen 5. Tag frei und die Wettervorhersage für diese Gegend war weiterhin gut, und so fuhr ich dann alleine mit meinem verletzen Knöchel in die Brindabellas bei Canberra. Erstmal mußte ich den etwas größer gewordenen Murrumbidgee River überqueren.

Die Brindabella Road führt durch schöne Wälder in den Namadgi National Park hinein.

Oben angekommen geht es nach NSW wieder hinein, in es geht in das Brindabella Tal, ein wunderschönes Tal mit ein paar Kühen und Pferden.

Ich machte am Goodaridbee River Halt und schaute mir das Tal an.

Dann fuhr ich wieder zurück Richtung ACT in die Brindabella Berge.

Alleine an der Grenze ACT/NSW auf dem Bergrücken entlangzufahren mit verletztem Fuß und einigen Matschlöchern auf der Two Stings Road schien mir nicht sehr ratsam, und so drehte ich nach einem kurzen Drohnenflug um.

Blick nach Canberra:

Blick ins Brindabella Tal:

Dann fuhr ich nach Süden zum 25km entfernten Mt Franklin. Die Straße war hart aber nicht so schlammig.

Der Blick nach Canberra war sehr schön! Dort ließ ich auch die Drohne fliegen und entdeckte so die mir unbekannte Mt Franklin Ski Lodge.

Dann fuhr ich nach Mt Stromlo, eine sehr anmutende Gegend mit dem Mt Stromlo Observatory, die im Buschfeuer von 2004 ziemlich stark beschädigt worden ist.

Von dort sah ich im Abendlicht auch zu den Brindabellas zurück und nach Canberra.

Ich übernachtete bei guten Freunden aus der Schulzeit in Canberra.

An dem Tag bin ich  auf dieser Route 330 km gefahren.

Der 5. Tag brachte mich zurück nach Sydney. Ich entschied mich die schöne Strecke nach Bungonia und dann nach Tarago zu fahren. Ich mußte schon Regensachen anziehen denn es war etwas regnerisch und auch mal nebelig.

Die Dirt Road um Lake Bathurst und the Morass herum ist immer wieder schön.

Um 13:30 war ich dann bereit zur Arbeit. Nach 10 Stunden im OP (auf meinen Beinen!) waren wir fertig und um 1:00 fuhr ich nach Hause. Dort kam ich in so richtig ordentlichen Regen grade hinter dem Flughafen, es war wie ein Wasserfall. Alles war tief durchnäßt.

Dieser Tag war 311km lang.

Am nächsten Tag, 5 Tage nach dem Sturz, erschien mir mein Bein etwas geschwollen. Ich bin dann in die Notaufnahme wo ein (zum Glück stabiler) Weber B Bruch meines Knöchels festgestellt wurde. Dann bekam ich auch einen richtigen stabilisierten Stiefel. Zum Glück, denn meine Motorradstiefel wurden in dem ewig feuchten Wetter nicht trocken…

 

 

 

Kommentar ( 1)

  1. Antworten
    Bernd Schoenfeld says:

    Wunderbarer Lesestoff fuer einen regnerischen Nachmittag im März. Er erweckt die Lust diese Gegend, auch ohne Motorrad, näher zu erkunden. Gute Besserung! Für eine PDF-Copy des Berichts wäre ich euch sehr dankbar.

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