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Nachruf auf Willi Reith *1936 †2020

Am Montag, den 25. Mai nahmen seine Familie, seine Freunde und viele Mitglieder der Gnadenfrei und Martin-Luther-Kirchen von Willi Reith Abschied. Ein langes und fruchtbares Leben war zu Ende gegangen.

Willie war in Bryshche (heute in der Ukraine) geboren, das älteste der sechs Kinder. Kriegs- und Nachkriegszeiten verschlugen die Familie schließlich 1947 nach Herbstham in Bayern. Diese Zeiten brachten sie aber auch enger zusammen, das Beispiel für Willis eigene Familie viele Jahre später.

Er lernte Maschinenbau, sattelte dann um auf Zimmermann aber folgte bald der Berufung des biblischen Zimmermannes und als 21jähriger fing er sein Theologiestudium in der Schweiz an. Vier Jahre später begann er als Prediger in Lich in Hessen.

1965 heiratete Willi seine Hildegard und sie gründeten ihre eigene Familie – sechs Jungen und eine Tochter. 1982 wanderte die Familie nach Australien aus, dem Beispiel seines Bruders Herold folgend, der 20 Jahre vorher den Schritt gewagt hatte und der auch in der Lage war, dem Paar mit der Kinderschar Unterkunft zu bieten – und Willi einen Job als Zimmermann. Aber ein Arbeitsunfall hatte zur Folge, dass Willi ein Jahr lang nicht arbeiten konnte. Selbstmitleid war nicht sein Ding, Willi nutzte die Zeit sein Englisch zu verbessern, Pastor Wiedemann des Öfteren in der Kirche zu vertreten und auch Hausbesuche bei den älteren und gebrechlichen Mitgliedern der Gemeinde zu machen. Und Willi und Hildegard gründeten einen Bibelkreis für die deutschen Auswanderer in Australien, sandten den Mitgliedern Zeitungsartikel, christliche Zeitschriften und hielten auch telefonisch mit ihnen Kontakt. 

Willi kehrte in seinen Beruf zurück und hatte schnell einen Ruf als „Fixer“, der das Talent hatte, Verpatztes zu reparieren – auch zu Hause die Waschmaschine, in der er steckenblieb bis Andres nach Hause kam, und ihn befreite.

Er war ein Familienvater aus dem Bilderbuch und ein engagierter Christ, der seinen Glauben lebte und mit anderen teilte. Er ist nun da, wo wir alle hoffen, einmal hinzukommen.

Andres Reith

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