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Andacht für August

Liebe Gemeinde!

In wenigen Wochen werden wir von Deutschland nach Sydney aufbrechen. Das wird schon unser zweiter Umzug in diesem Jahr. Denn bevor wir je zwei große Koffer packen und das Flugzeug besteigen, mussten wir zuerst innerhalb von Bayern umziehen. Für australische Verhältnisse gar nicht weit – nur etwa 180 km von Nürnberg Richtung Nordwesten nach Aschaffenburg am Main. Und trotzdem war es ein richtig großer Umzug mit zwei Truckladungen voll Sachen. Denn dort werden wir nach unserem Jahr hier bei Ihnen in Sydney noch einmal zwei neue Pfarrstellen antreten. Und schon jetzt durften wir unsere Möbel und Sachen im leerstehenden Pfarrhaus dort unterstellen.

Um im neuen Zuhause alles auch schnell wieder zu finden und an den richtigen Platz zu bringen, hatten wir alle Umzugskartons sorgfältig beschriftet. Damit man schon von außen sieht, was drin ist. Aber bei einem Karton staunten wir nicht schlecht, als wir ihn auspacken wollten. Denn da stand außen mit großen Buchstaben zu lesen: „GOTT“ und „Keller“.

„GOTT im Keller?“ Richtig: Im Keller des alten Hauses hatte ein Möbelpacker alles Übrige eingepackt, was wir selbst nicht mehr geschafft hatten. Und er hatte auftragsgemäß beschriftet. Aber „GOTT im Keller“?

Gespannt öffneten wir die Kiste. Und fanden darin – ein Kreuz: das alte Holz-Kruzifix von meinem Großvater, das ich vor vielen Jahren einmal im Keller gelagert hatte, weil wir keinen Platz zum Aufhängen hatten. Die Kiste war also durchaus richtig beschriftet: Dieser Jesus am Kreuz – da ist GOTT!

Erheitert und zugleich beschämt haben wir im neuen Haus also GOTT ausgepackt. Den geschnitzten Jesus am Kreuz, den ich achtlos in den Keller verbannt hatte. Aber so ist dieser GOTT: So klein macht er sich, lässt sich sogar in den Keller stecken. Und er geht mit, lässt sich in die Kiste packen, will auch am neuen Ort bei uns sein.

Nach Sydney werden wir dieses alte Holz-Kruzifix nicht nehmen. Aber ein kleines Kreuz, das sich in die Hosentasche stecken und neben die Eingangstür hängen lässt, werden wir dabeihaben. Und auch ohne so ein Kreuz gilt GOTTES Zusage: Ich bin da, wo immer du auch hingehst. Ich gehe mit.

Diese Erfahrung haben schon unzählige Generationen vor uns gemacht. Auch viele von Ihnen und Ihren Vorfahren, als Sie von Deutschland aufbrachen, um nach Australien zu ziehen. Auch Abraham, als er aus seiner Heimat auszog, um in das Land zu ziehen, das GOTT ihm zeigen wollte.

Auf diese Zusage haben unzählige Menschen vor uns vertraut:

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. (Psalm 121,1-2)

GOTT, der Himmel und Erde gemacht hat, ist überall da: im Himmel und „down under“ auf der Erde, auf den Höhenflügen des Lebens und wenn ich mich ganz unten im Keller fühle. Wir können an jedem neuen Ort zuhause sein, weil GOTT bei uns wohnen will. Ob in Nürnberg oder Sydney, ob in der Kirche oder bei Ihnen zuhause, ob an meinem Arbeitsplatz, im Krankenhaus oder im Seniorenheim.

Auf diese Zusage wollen wir vertrauen, zusammen mit Ihnen hier in Sydney wie mit unseren Lieben zurück in Deutschland:

Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,

und der dich behütet, schläft nicht.

Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.

Der HERR behütet dich;

der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,

dass dich des Tages die Sonne nicht steche

noch der Mond des Nachts.

Der HERR behüte dich vor allem Übel,

er behüte deine Seele.

Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang

von nun an bis in Ewigkeit!

(Psalm 121,3-8)

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Pastor Dr. Manacnuc Mathias Lichtenfeld

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