Ich danke jenen Menschen, die mich frühzeitig auf spezifische Elemente des Umgangs mit Sprache aufmerksam gemacht haben. Ein Deutschlehrer ist mir in dem Zusammenhang deutlich und dankbar in Erinnerung.
Kurze Zeit nach der Schulentlassung nach dem Abitur fiel mir jenes Buch in die Hände, dessen Handhabung und Erfolg eine Riesengeschichte wurde. Unter der Leitung von Dolf Sternberger als Herausgeber wurde 1957 jenes Buch auf den Markt gebracht, dessen Titel schon überdeutlich sagte, worum es ging:
„Aus dem Wörterbuch des Unmenschen“
Noch Jahrzehnte später und bis heute waren manche Wörter so besetzt, dass ich sie in anderem Zusammenhang nicht benutzt habe, weil sie so besetzt waren wie z.B. die Endlösung, das schlimmste Verbrechen der Menschheitsgeschichte.
Ich erinnere mich auch der Zeit, als die Arbeitgeber niemanden mehr „entließen“, sondern diese Menschen wurden „freigestellt“, in die „Freiheit der Arbeitslosigkeit.“
In den blutigen Auseinandersetzungen um die Zukunft des früheren Jugoslawien stieß ich zuerst auf den Begriff „Collateral Damage“, jener verdeckenden Bezeichnung der Frauen und Kinder, die bei Bombardierungen mit angeblich militärischen Zielen zum Opfer wurden.
Umgang mit Sprache muss gerade in uns Christen deshalb sensible Bedeutung behalten, weil mit dem Sprachmissbrauch oft genug die erste Stufe schlimmer Verbrechen beginnt.
Die Unwörter der letzten 23 Jahre finden Sie hier.


Kommentar ( 1)
Dierk Mohr says:
6. Februar 2015 at 8:37Ein hochinteressanter Beitrag, der mich nach dem Lesen der angehaengten Liste, auch im Hinblick auf die teilweise genannten „Wortschoepfer“ sehr nachdenklich werden laesst.
Empfiehlt sich fuer einen Abend im Kulturkreis, wo diese “ Unworte“ diskutiert werden koennten.
Vielen Dank, lieber Dietrich.