Am vergangenen Freitag berichteten die Medien, dass der CEO der australischen nationalen Luftlinie eine Gehaltserhöhung von mehr als 70% erhalten habe. Zeitgleich laufen bei der Luftlinie mehrere Arbeitskämpfe, bei denen es um wenige Prozentpunkte geht. Der Begriff des „corporate greed“ ist hier vielleicht besonders angebracht.
Am Tag nach dieser Meldung kamen zu mir neun Mitglieder der nahen anglikanischen Gemeinde, sieben davon junge Menschen. Sie machten Gartenarbeiten, die ich nach einer Tumoroperation in der Wirbelsäule nicht selber machen kann. Meine vorhergehende Anfrage nach einer Vergütung oder Gabe an die Gemeinde war deutlich abgelehnt worden. Es blieb bei einer Einladung zu Kaffee und Kuchen nach dem Arbeitsschluss.
Zu Beginn des Kaffeetrinkens haben wir den Tagestext aus der Bibel gelesen, kurz bedacht und zusammen gebetet.
Mir ist an diesen beiden Tagen der Unterschied der beiden Welten besonders deutlich geworden. Dort der massive Griff in den von den Beschäftigten erarbeiteten Gewinntopf, hier das Tun um Gotteslohn in der praktischen Umsetzung des Gebotes der Nächstenliebe. Wir können uns für eine der beiden Welten entscheiden.
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