
Dies ist eine Geschichte, die ich einfach nicht für mich behalten kann, sondern teilen möchte. Mit dem Anschluß an eine örtlich nahe anglikanische Gemeinde hatte ich die Chance des Kennenlernens vieler neuer Menschen. Einander zu entdecken, war für mich schon immer ein faszinierendes Geschehen; sicher auch manchmal mit Enttäuschungen verbunden.
Ein Mann war zuständig in der Gemeinde für das „Männerfrühstück“, zu dem auch ich eingeladen wurde. Ich will den neuen Freund hier Alfred nennen. Er hatte sich im Laufe der Zeit mehrere ehrenamtliche Tätigkeiten ausgesucht, u.a. zwei volle Tage Dienst in einem großen Krankenhaus.
Irgendwann kamen wir auf unsere Kater zu sprechen; hier Sascha, dort Dingey. Die Schwester von Alfred ist ehrenamtlich im Tierschutzverein tätig. Sie fragte, ob Alfred wieder einen Kater annehmen möchte. Die negative Antwort hatte ihren Grund im häufigen Alleinsein des Tieres.
Tage später rief die Schwester wieder an. Der Kater müsse nun getötet werden; er sei ohne Augäpfel geboren worden.
„Thank you, Lord“ war nun die Reaktion. Er könne ja ohnehin nicht nach draußen gelassen werden. Aus einem Todeskandidaten wurde „Dingey“, nun ist er schon 13 Jahre bei seinem liebevollen Herrchen. Alfred wird zur Lebenszeit von Dingey sein Haus nicht verkaufen, weil der blinde Kater sich in ihm perfekt orientiert.
Für mich hat sich geändert, daß nun für Sascha und Dingey gemeinsam gebetet wird.
