wenn man mehr ginge.“ Auf dieses Zitat des Johann Gottfried Seume besann ich mich in diesen Tagen. Nach einer Operation darf ich mein geliebtes Fahrrad derzeit nicht benutzen und mache manche Wege zu Fuss. Seume war eine der schillerndsten Persönlichkeiten des ausgehenden 18. und Beginn des 19. Jahrhunderts. In den Jahren 1801/1802 unternahm er eine Fußreise nach Sizilien, deren Ertrag dann in drei Bänden 1803 erschien und so interessant geblieben ist, dass sie 1964 erneut aufgelegt wurde.
Die Schilderung ist ein Loblied der langsamen Bewegung und den dadurch ermöglichten präzisen Beobachtungen. In unserer Zeit fahren Züge so schnell, dass die Fahrer Signale gar nicht mehr wahrnehmen können und sich auf das Funktionieren der Automatik verlassen müssen. Vielleicht ist der Gewinn an Schnelligkeit gelegentlich auch zugleich ein Verlust. Darüber lohnt möglicherweise ein erneutes Nachdenken.
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Kommentare ( 2)
Mathias Burbach says:
1. Juli 2011 at 12:14Zu der Geschichte fällt mir das Buch „Die Entdeckung der Langsamkeit“ von Sten Nadolny ein (siehe auch hier). Sehr lesenswert.
Danke, Dietrich, für Dein Wort zum Alltag.
Salut,
Mathias
Dietrich Rehnert says:
1. Juli 2011 at 16:29Lieber Mathias,
Dank fuer Deinen Kommentar und Hinweis. Seit fast 150 Wochen (niemals unterbrochen) findest Du immer wieder passende Illustrationen zum „Wort zum Alltag“. Das ist eine Leistung konkreter Kreativitaet, fuer die die Leserinnen und Leser zusammen mit dem Verfasser Dir Dank schulden.
Grace and peace:
Dietrich