Für die Zeit nach dem abendlichen Zubettgehen habe ich immer eine selbstgestellte Pflicht: ich halte Fürbitte. Vor Gott angesprochen werden einmal mir bekannte Menschen aus meinem persönlichen Lebensumfeld, die auf spezifische Weise Gottes Hilfe und Trost brauchen. Diese Dinge werden benannt; mit den betreffenden Menschen weiß ich mich in dem Augenblick besonders verbunden. Immer größer wird inzwischen die Gruppe jener Menschen, die ich persönlich gar nicht kenne, die mir aber durch Angehörige mit ihren Anliegen vor Gott benannt wurden. Ich frage dabei immer nach dem Namen, getreu dem Versprechen, das Gott uns vor allem im Taufgeschehen gegeben hat.
„Ich habe Dich bei Deinem Namen benannt. Du bist mein!“
Wie in der ersten Gruppe, sind auch bei den mir nicht persönlich bekannten Menschen die Schicksale und Notwendigkeiten sehr unterschiedlich. Ich nenne nur zwei Beispiele: ein älterer Mensch, der nach einem Schlaganfall die Sprechfähigkeit verloren hat; ein noch nicht einmal dreijähriges Kind, das schon mehrere Gehirnoperationen hatte. Eine besondere Fürbitte gilt immer den mir bekannten Reisenden auf ihren manchmal gefährlichen Wegen. Gott hat uns durch Jesus gesagt, daß wir ihn um Hilfe bitten dürfen, wenn es auch manchmal nicht leicht ist, dem hinzuzufügen:
„Dein Wille geschehe.“

