
Die regelmäßigen Leserinnen und Leser des “Wort zum Alltag” wissen, dass mich die in der Nähe befindliche anglikanische Gemeinde nach dem traumatischen Tod meiner Frau als einen Bruder in Christus aufgenommen hat. Das ändert nichts an meiner engen Beziehung zu unserer deutschsprachigen lutherischen Gemeinde, die nun schon 20 Jahre andauert.
An ein Geschehen in der benachbarten Gemeinde habe ich mich nicht gewöhnen können: es ist der Lärm in der Kirche vor dem Gottesdienstbeginn. Er spricht für eine enge Beziehung der Gemeindemitglieder untereinander, doch dieser “orientalische Basar” erlaubt mir nicht die Einstimmung auf den Gottesdienst.
So halte ich mich vorher in einem stillen Nebenraum auf, schließe die Augen und öffne die Hände mit der Bitte um Segen.
Am letzten Sonntag kam ein Mitglied der Gemeinde in den Raum, um etwas aus einem Schrank zu holen. Bei seinem Weggehen spürte ich eine Hand auf meiner Schulter und hörte die Worte “GOD BLESS”. Dieses Zusprechen eines Segenswunsches werde ich nicht vergessen.
