von Christine Holch
Das Leben kann schwerer sein als die Angst vorm Tod. Was, wenn ein Mensch sein Leiden nicht länger ertragen will? Darf man ihm helfen? chrismon-Reporterin Christine Holch sammelte Antworten auf eine schwierige Frage. Hier geht es jetzt also um Sterbehilfe – und am Ende doch um Lebenshilfe.
Vermutlich spricht Udo Reiter, 69, vielen Menschen aus dem Herzen: „Ich freue mich meines Lebens und möchte, solange es irgend geht, dabei sein. Aber wenn es nicht mehr geht, möchte ich nicht in einer Weise abtreten, die ich quälend finde und die meiner bisherigen Lebensweise unwürdig ist.“ Er will sich dann keine Plastiktüte über den Kopf ziehen oder sich auf Schienen legen müssen. Der ehemalige MDR-Intendant wünscht sich, so schreibt er in seiner Autobiografie, dies: einen tödlichen Cocktail – „als letzte Leistung unserer Krankenkasse“.
Diesen Notausgang wünschen sich in Umfragen mehr als die Hälfte der Deutschen: eine ärztlich begleitete Selbsttötung als Ausweg bei schwerem Leiden. Seit Jahren wird über dieses Thema gestritten – in der Politik, der Ärzteschaft und auch am Abendbrottisch. Nicht immer geht es dabei kenntnisreich zu.
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