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Kinder sehen uns an

Diese Geschichte geschah am vergangenen Freitag. Ich hatte einen medizinischen Testtermin, dessen Dauer mir mit zwei Stunden angekündigt worden war. Ein Tage vorher begonnenes Buch wurde in den Korb meines Fahrrades gelegt; Wartezeiten mit einem Buch sind mir immer angenehm. Die Anfahrt zum Termin war lebensgefährlich, da die starke und direkte Sonnenblendung ein sicheres Fahren unmöglich machte. Die ca. letzten 100 Meter schob ich das Rad, nachdem ein parkendes Auto nur um Zentimeter verfehlt worden war.

Mit dem Buch im Warteraum freute ich mich auf zwei Stunden Lesen, doch dazu hätte ich meine Brille mitbringen müssen. Aus Vorfreude wurde ein Stinksauersein.

Ein Patient nach dem anderen wurde hereingebeten, dann saß ich allein im Wartezimmer. Die Testteile mußten in vorgeschriebenen Abständen durchgeführt werden.

Ganz überraschend wurde alles anders. Eine Mutter mit Zwillingsmädchen in einer Sportkarre kam in den Warteraum. Ich liebe Kinder und es begann ein gegenseitiges Kennenlernen. Die Mutter strahlte, als ich ihr sagte „you have been blessed“.

Die Rückfahrt war nicht nur durch den veränderten Sonnenstand schön, sondern die Begegnung mit den Zwillingsmädchen.

Mir fiel noch ein Vers aus einem Lied für den Kindergottesdienst ein, das ich vor Jahrzehnten geschrieben hatte:

„Wir singen euch ein Hoffnungslied
von Blumen und von Bäumen.
Wir hoffen, daß ein jeder sieht,
wie schön noch manche Blume blüht
und wir von ihnen träumen.

Sicher müssen wir weiter lernen, Gottes Schöpfung zu bewahren; für die Kinder dieser Welt vor allem.

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