Dieses „Wort zum Alltag“ schreibe ich am australisch-neuseeländischen ANZAC-Day, den man früher vielleicht „Heldengedenktag“ genannt haben würde. Es geschieht mit sehr unterschiedlichen Gedanken und Gefühlen. Als etwa 14-jährige Gymnasiasten bekamen wir von einem Lehrer, er unterrichtete die Klasse in Deutsch und Geschichte, ein herausforderndes Aufsatzthema gestellt. Genauer: er nannte uns zwei Themen, von denen wir eines auszuwählen hatten. Hier die beiden Themen:
Der Krieg ist der Vater aller Dinge
Der Krieg ist die Wurzel allen Übels
Ich habe nicht die leiseste Erinnerung daran, was ich damals geschrieben habe, weiss aber noch, dass ich mich für das zweite Thema entschieden habe. Die ganze Problematik wird daran deutlich, dass die Diskussion um die Frage eines „gerechten Krieges“ nie geendet hat. Krieg oder kriegerische Handlungen zur Vermeidung von noch größerem Leid ist ja durchaus aktuell, siehe z.B. Libyen. Im Hintergrund bleibt dabei oft die Frage, ob das humanitäre Motiv nicht doch nur vorgeschoben gewesen ist. Die Äusserung „Die Amerikaner wären sicher nicht im Irak einmarschiert, wenn das Land der fünftgrößte Broccoli-Erzeuger (anstelle von Erdöl) gewesen wäre“ ist ja nicht abwegig. Ich habe keine überzeugende Antwort und wäre deshalb froh über Äusserungen von Lesern dieser Zeilen.


Kommentare ( 3)
Hans Schroeder says:
27. April 2012 at 10:14Lieber Dietrich,
Ich stimme mit dir -ausnahmsweise- nicht ueberein.
Austalien hat ganze zwei Gedenktage im Jahr: Im November ‚Remembrance Day“ entsprechend dem ‚Volkstrauertag‘, an dem problemlos mit den Worten ‚heroes‘ und ‚remembrance’= dt. Heldengedenktag umgegangen wird. Genauso problemlos ist der ANZAC Day am 25.4.- ein zentrales Element australischer Kultur innerhalb der australischen Mosaik-Gesellschaft. Mir ist bei aller Offenheit der Umgang mit dem fatalen Gallipoli-Ereignis und der Tatsache, dass nach 97 Jahren 8000 Australier an diesen Kuestenstreifen in der Tuerkei pilgern, ein grosses Raetsel. Ich verstehe es nicht, respektiere es aber.
Der ‚Erinnerungstag’im November ist sehr viel umfassender und globaler. Er bedeutet mir sehr viel. Gallipoli-Erinnerung ist ur-australisch (seit Federation in 1901) – ein ganz anderes Thema.
Herzlichst, Dein Hans (Schroeder)
Dierk Mohr says:
27. April 2012 at 13:52Lieber Dietrich,
Mit dem Titel „Krieg ist der Vater aller Dinge“ kann ich nichts anfangen, waehrend
der Satz, dass der Krieg die Wurzel allen Uebels ist, meine volle Zustimmung hat.
Ich finde es bemerkenswert, dass die Australier die verlustreiche Gallipoli-Kampagne als Nationalfeiertag begehen, worin m.E. auch die Opfer mehr im Vordergrund stehen als die „Sieger“. Die Uebertragung im Fernsehen aus Gallipoli mit den gemeinsamen Auftritten der Australier, Neuseelaender und Tuerken und Abgesandten u.a. auch aus Deutschland beruehrte mich wiederum tief, vor allem auch, weil die gegenseitige Achtung der Gegner hervorgehoben wird.
Grundsaetzlich waere es gut, wenn die Voelkergemeinschaft im Fruehstadium zu einer
gemeinsamen Konfliktentschaerfung kommen koennte, damit die Hauptanstifter von
Kriegen wie zuletzt in Bosnien, Ruanda oder jetzt Syrien anfangs gebremst werden.
All das ist ein weites Feld. Es mag die Zeit kommen, wo nicht mehr wegen Oel
sondern wegen Wasser Kriege ausbrechen.
Heinz Doeblitz says:
28. April 2012 at 6:07Lieber Dietrich,
Eine Antwort bekommst du bald. Du kannst in Revelation nachlesen viermal: „I am coming soon.“
Die folgenden Bibelverse werden dir sicherlich Hoffnung geben.
Yours in Christ, Heinz
1.Isaiah 2:4
He will judge between the nations and will settle disputes for many peoples. They will beat their swords into plowshares and their spears into pruning hooks. Nation will not take up sword against nation, nor will they train for war anymore.
Isaiah 2:3-5 (in Context) Isaiah 2 (Whole Chapter)
2.Micah 4:3
He will judge between many peoples and will settle disputes for strong nations far and wide. They will beat their swords into plowshares and their spears into pruning hooks. Nation will not take up sword against nation, nor will they train for war anymore.
Micah 4:2-4 (in Context) Micah 4 (Whole Chapter)