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Lernen von den Aborigines

Albert Namatjira - Aranda Künstler

Bei einem Besuch in den „Lutheran Archives“ in Adelaide stieß ich auf Berichte der ersten deutschen lutherischen Missionare im zentralaustralischen Hermannsburg. Einer schrieb von seinen Erfahrungen mit dem Volk der Aranda. Er habe ihnen eines Tages die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus erzählen wollen. Damit sei er aber gescheitert, weil die Aboriginals keine Wörter für „arm“ und „reich“ besaßen. Aufgrund ihrer gemeinschaftlichen Lebensweise hatte es keinen Bedarf für diese Wörter gegeben. Auch nicht für „bitte“ und „danke“, da ihre Kultur des generell praktizierten Teilens sie unnötig machte.
Mich hat diese Beobachtung bis heute nachdenklich gemacht, denn wir beurteilen ein Volk, seine Kultur, meistens nach der technischen Leistungsfähigkeit, nicht nach der sozialen Organisation, die doch so sein sollte, daß alle Menschen, alle Kinder Gottes, eine angemessene Lebensqualität erfahren könnten. Davon sind wir weit entfernt, zwischen den Völkern und innerhalb der Völker. Vielleicht können wir ja von den Aranda lernen.

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