Dieses „Wort zum Alltag“ wird am Nikolaustag geschrieben. Der Nikolaustag sollte auch das Thema sein. Nun kam gerade in den 9-Uhr-Nachrichten die Meldung von Nelson Mandelas Tod.
Ich habe seine Heimat Südafrika im Jahre 1971 das erste Mal besucht. Die täglichen Erfahrungen mit den Auswirkungen der Apartheid, der Rassenpolitik der weißen Minderheit, waren so entwürdigend, waren für jemanden, der die Rassenpolitik in seiner deutschen Heimat als Geschichtslehrer studiert hatte, so inakzeptabel, daß daraus ein festes Versprechen wurde: nie mehr nach Südafrika vor dem Ende der Apartheid.
Im Jahr 1996, ein Vierteljahrhundert nach dem persönlichen Entschluß, war es so weit: Nelson Mandela war nach mehr als 26 Jahren Haft freigelassen worden, die Apartheid zu Ende. Sein erstes Wort nach mehr als 26 gestohlenen Lebensjahren war
„Reconciliation/Versöhnung“
Wir wissen nicht, ob dieser Mann damit ein Blutbad in seiner Heimat verhindert hat. Wir wissen aber, daß mit diesem Wort ein Stück wegweisender Weisheit gesprochen wurde, auch für uns heute in Deutschland oder Australien: überall dort uns für Versöhnung einzusetzen, wo wir es selber können.
Ich verneige mich in Dankbarkeit und Demut vor diesem Menschen.


Kommentare ( 2)
Angelika says:
16. Dezember 2013 at 9:22Im Jahr 1988 habe ich das Projekt Baumgartsbrunn in Namibia besucht. Ihre Gründer Helmut und Gertraude Bleks leben nicht mehr. Aber auch in dieser Zeit des Umbruchs gab es im südlichen Afrika großartige Menschen und Projekte.
Tilmann Rust says:
21. Dezember 2013 at 11:34Danke Dietrich für diesen Beitrag!
Ich wurde als Südafrikaner in den letzten Wochen sehr oft zu Nelson Mandela angesprochen. Weil ich mich deshalb sehr intensiv mit diesem Thema beschäftigt habe, denke ich daß ich einen ganz guten Überblick über sein Leben und die Situation in Südafrika habe. Es gibt sehr viel zu diesem Thema zu sagen, und auch darüber wie wir und die Medien dazu stehen. Ich finde es überwältigend wie wenig auch aus der kommunistischen Vergangenheit des ANC’s und dem Verhältnis zum kalten Krieg berichtet wird, so als hätte es dies nie gegeben. Ich bin also bereit beim Kulturkreis und Ufuffies einen Abend zu leiten der mit Sicherheit für viele sehr kontrovers sein wird!