Keine Sorge! Die Leserinnen und Leser des „Wort zum Alltag“ müssen nicht in der Bibel nachschlagen. Hier ist der Text:
„Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“
Wie bin ich auf diesen Text gekommen? Das ist rasch erzählt. Seit fünf Wochen sattele ich mein Fahrrad an jedem Montag gegen 9 Uhr und fahre in etwa fünf Minuten zur anglikanischen Gemeinde in der Nachbarschaft, die mich nach dem plötzlichen Tod meiner Frau Angelika so geschwisterlich adoptiert hat.
Dort trifft sich an jedem Montag um 9:15 Uhr ein Gebetskreis. Nach dem Abendgottesdienst am Sonntag stellen freundliche Helfer für uns schon einen Stuhlkreis auf. Fast jeden Montag müssen wir zwei Stühle aus dem Kreis nehmen. Dann kommt nämlich jene Frau angefahren, die ich hier „Grace“ nennen möchte. Grace zusammen mit Hope, ist für mich der schönste Frauenname in der englischen Sprache. Wenn sich Grace in ihrem Scooter, sie ist querschnittsgelähmt, im Kreis eingerichtet hat, schaue ich zu ihr hin, immer wieder neu fasziniert. Warum? Mit ihrem Kommen erfüllt das Leuchten ihrer Augen unseren Kreis. Sie hat die strahlendsten Augen, die ich je gesehen habe.
Wenn ich eine Kurzgeschichte, eine Erzählung über sie schreiben würde, wüsste ich schon den Titel:
„Die leuchtenden Augen des Gotteskindes.“

