Vor etlichen Jahren sah ich auf einem Auto in der Nachbarschaft den folgenden Aufkleber:
„Dogs have masters, cats have servants.“
Da mir gerade jemand entgegenkam, habe ich auf das laute Lachen verzichtet; ich wäre sonst vielleicht als leicht gestörter Mensch einsortiert worden.
Schon in meiner ersten Familie in Deutschland lebten wir mit Katzen, an die sich zahlreiche Erinnerungen erhalten haben. Als ich hier in Australien Schritt für Schritt in die zweite Familie hineinwuchs, gehörten Tipsy (Mutter) und Tiger (Tochter) zum Haushalt. Nach Tipsys Tod und einem biblischen Katzenalter für Tiger von zwanzig Jahren kamen Joschka und Sascha in die Familie, Brüder aus einem Wurf. Schnell wurde deutlich, daß Sascha immer ängstlich war. Wir erfuhren dann, daß der kleine Sohn der Züchterin das dritte zum Wurf gehörende Tier vom Balkon geworfen hatte, was tödlich war. Wir vermuteten, daß Sascha auch etwas Schlimmes als Jungtier geschehen war.
Mit dem Tod meiner Frau wurde ich einzige Bezugsperson der vierbeinigen Söhne.
Inzwischen ist Joschka nicht mehr bei uns, was Saschas Leben völlig veränderte. Es gab von einem Tag zum anderen keine Angst mehr vor dem „großen Bruder“, ich als „the servant“ war nur noch für ihn da.
Nach Meinung von Freunden verwöhne ich Sascha viel zu sehr, doch es bleibt dabei – dies meine Meinung:
„Lieber etwas mehr Zärtlichkeit als zu wenig“.


Kommentar ( 1)
Angelika says:
27. Juni 2014 at 0:25an alle Mütter und Väter: falls Ihr auch den Spruch Eurer Eltern erinnert:“ du verwöhnst dein Baby zu sehr“..
Vermutlich habt Ihr intuitiv alles richtig gemacht. Nur so kann Vertrauen wachsen. Mit Katzen kenne ich mich nicht so aus, aber vermutlich ist es dort ähnlich.