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So oder so

Seit dem traumatischen Tod meiner Frau Angelika treffe ich mich jeden Monat zu einem Frühstück mit einem besonderen Freund aus unserer Gemeinde. Wir reden nicht über das Wetter, sondern die Dinge, die uns als Christen und in unserer Gemeinde bewegen.
Bei unserem letzten Treffen in der vergangenen Woche erwähnte er, dass sein Christsein, seine Gottesbeziehung, seit der Konfirmation bisher nie ernsthaft auf die Probe gestellt worden sei.
In den Tagen danach erinnerte ich mich der Begegnungen mit zwei Bürgermeister-Kollegen vor langer Zeit. Beide waren in russische Gefangenschaft geraten, beide hatten mehr als 10 Jahre Sibirien überlebt und waren 1955 entlassen worden. Einer sagte mir, dass er nach dieser Zeit und ihren Erlebnissen an einen gütigen Gott nicht mehr glauben könne. Der andere Kollege sagte mir unabhängig davon, dass ihn das Hindurchgeführtwerden durch diese Jahre zum überzeugten Christen gemacht habe.
Ich will die unterschiedlichen Reaktionen nicht bewerten, es kommt mir nicht zu, doch ich weiss von sehr unterschiedlichen Reaktionen auf fast identische Situationen. Vielleicht weht auch hier der heilige Geist, wo er will. Uns bleibt die kontinuierliche Bitte um seine Wegweisung.

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