Am vergangenen Sonntag las ich auf dem Weg zum Gottesdienst in der City im Vorbeifahren den aktuellen Aushang einer anglikanischen Kirche unterwegs. Sie sind häufig nachdenkenswert. Diesmal lautete er:
„Wem wirst Du heute vergeben?“
Die Frage erinnerte mich an ein Schwerpunktthema aus einer Predigt im vorhergehenden Oktober. Damals hatte es anschliessend mehrere Kontakte zu diesem Thema mit Gottesdienstbesuchern gegeben.
Wir beten im Vaterunser:
„Und vergib uns unsere Schuld“
und versprechen in der Fortsetzung dann:
„wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“
Wir lassen uns damit darauf ein, dass wir Gott nur um Vergebung unserer Schuld bitten können/dürfen, wenn auch wir selbst dazu bereit sind anderen Menschen gegenüber. Vergebung ist eine doppelte Befreiung: einmal für einen anderen Menschen. Dann aber auch uns selbst, indem wir uns von unserem eigenen Groll befreien. Dieser Akt der doppelten Befreiung erlaubt uns immer wieder neue Anfänge. Wir brauchen sie
immer wieder neu.

