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Vom Vertrauen

Der deutsche Soziologe Niklas Luhmann definiert Vertrauen als „Mechanismus zur Reduktion sozialer Komplexität“.  Wenn  man sich den Anschein der Wissenschaftlichkeit geben will, muss man sich vielleicht einer idiotischen Sprache bedienen. Das scheint hier voll gelungen. Wenn ich einen noch einer normalen Sprache fähigen Mitbuerger nach seiner Definition fragen würde, wäre die Antwort vermutlich etwa so: „wenn ich jemandem traue“. Die uralte Wortwurzel kommt von dem Wort „treu“.

In meiner Praxis der langjährigen Urlauberseelsorge kam Vertrauen bzw. das enttäuschte Vertrauen als häufig wiederholtes Element vor. Lebenswege waren in schwere Krisen geraten oder ganz gescheitert durch enttäuschtes Vertrauen. Das kann chronisches Mißtrauen auslösen und damit zu einer negativen Grundstimmung des Lebens führen.

Das Gegenteil ist ein Vertrauensvorschuss. Der kann ungeahnte Kräfte freisetzen. Da kann jemand über sich hinauswachsen, weil ihm vertraut wird. Auch solche kaum noch erhofften Weichenstellungen habe ich erleben dürfen.
Grundvoraussetzung für jedes Vertrauen ist eine Bereitschaft zur Offenheit. Die wünsche ich uns im Umgang miteinander.

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