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Vom Zuhören

Manchmal kommen Worte und Gedanken auf eigenartigen Wegen zu uns. So ging es mir wieder einmal in diesen Tagen. Ich wusste, dass unser früherer Kirchenvorsteher Martin Reusch mit seiner Partnerin Donna Mulhearn zu einer Friedenskonferenz in die afghanische Hauptstadt Kabul gereist waren. Wir haben für sie und andere Reisende aus unserer Gemeinde im Gottesdienst Fürbitte gehalten. Donna ist zahlreichen Gemeindemitgliedern bekannt von ihren Auftritten im Glaubensforum und ökumenischen Kulturkreis. In einem Bericht von ihr aus Kabul fand ich ein Zitat des deutsch-amerikanischen Theologen und Philosophen Paul Tillich, der Deutschland als 47-jähriger 1933 verlassen hatte:

„The first duty of love is to listen“

Ist das nicht ein wirklich nachdenkenswertes Wort? Dem Gegenüber Platz einräumen für dessen/deren Äußerungen unter gleichzeitigem engagierten eigenen Zuhören. Da findet ein Öffnungsprozeß statt, da werden Grundsteine des gegenseitigen Verständnisses gelegt und damit vielleicht sogar Wege des Friedens beschritten. Welch ein wichtiges Geschehen auch in unserer Zeit, in der oft mehr geredet als zugehört wird.

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