Ein Freund erzählte mir in diesen Tagen das folgende Erlebnis: in Chatswood in der Fußgängerpassage ging ein anderer Fußgänger vor ihm in gleicher Richtung. Als jener seine Hand aus der Hosentasche zog, fiel etwas auf den Boden. Mein Freund bückte sich und hob einen Geldschein im Wert von 5 Dollar auf. Er folgte dem Verlierer und sprach ihn an. Es entwickelte sich etwa der folgende Dialog:
Freund: „Kann es sein, daß Ihnen gerade ein 5-Dollar-Schein aus der Hosentasche gefallen ist?“
Verlierer: „Ich hatte einen 10-Dollar- und einen 5-Dollar-Schein in der Hosentasche.“ (Er prüft den Tascheninhalt und findet nur noch die 10-Dollar-Note.) „Ja, das scheint mein 5-Dollar-Schein zu sein.“
Freund: „Hier, nehmen Sie bitte das Geld. Es ist Ihr Eigentum.“
Verlierer: „Warum machen Sie das? Sie hätten es doch einfach einstecken können.“
Freund: „Jesus hätte wie ich gehandelt.“
Verlierer: „Vielen Dank!“
Ich kann das Erlebnis weder bewerten noch interpretieren; frage mich auch, ob der Anspruch hier richtig ist oder verallgemeinert werden könnte oder sollte. Vielleicht helfen mir Leserinnen/Leser des „Wort zum Alltag“?

